Informationen über Sicherheitsmaßnahmen

Informationen über Sicherheitsmaßnahmen gemäß §11 der 12. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes der Firma

KSO Edelstahlbeizerei GmbH
Essener Straße 16
57234 Wilnsdorf

Sie können ebfalls die Informationsbroschüre hier herunterladen.

Information über die Fa. KSO Edelstahlbeizerei GmbH

Die KSO Edelstahlbeizerei GmbH betreibt seit 1999 am Standort Wilnsdorf eine Edelstahlbeizerei. Im Wesentlichen werden in der Edelstahl-Beizanlage Lohnbeizaufträge ausgeführt. Die Edelstahlwerkstücke werden in Tauchbädern behandelt, die aus einem Gemisch von Fluss- und Salpetersäure bestehen. Große Stücke werden manuell mit einer Fluss- und Salpetersäurebeize gebeizt.

Die Edelstahlbeize in den Bädern besteht aus Fluorwasserstoffsäure (Flusssäure), Salpetersäure und Wasser. Mit einer maximalen Konzentration von < 7% Flusssäure: 25% Salpetersäure und dem Rest Wasser. Gemäß Gefahrstoffverordnung ist die fertig angesetzte Beize als giftig und ätzend mit den folgenden H-Sätzen gekennzeichnet:

  • H290 Kann gegenüber Metallen korrosiv sein.
  • H301 Giftig bei Verschlucken.
  • H310 Lebensgefahr bei Hautkontakt.
  • H331 Giftig bei Einatmen.
  • H314 Verursacht schwere Verätzungen der Haut.
  • H318 Verursacht schwere Augenschäden.

Bevorratet werden die Grundstoffe für die Beizen, die z.T. als sehr giftig und ätzend eingestuft sind, in den Hallen in 1 m³ IBC-Behältern.
Aufgrund der Menge der giftigen Stoffe, mit denen im Betriebsbereich umgegangen wird, unterliegt der Betrieb der Störfall Verordnung.

Bei einem Störfall in Verbindung mit dem Leckschlagen eines doppelwandigen Bades, besteht in erster Linie tödliche Verätzungsgefahr für die Mitarbeiter in der direkten Umgebung. Wenn konzentrierte Flusssäure ausläuft, entsteht eine giftige, nicht sichtbare Gaswolke! Der ausgelaufene Inhalt des Bades wird durch den als Auffangtasse ausgebildeten Boden mit Pumpensümpfen aufgefangen. Wird zusätzlich das Auffangvolumen der Auffangtassen, durch den Einsatz von Löschwasser oder ein punktuelles Starkregenereignis überschritten, kann das belastete Wasser in den Außenbereich gelangen, in den Boden eindringen, über Bodeneinläufe in den Schmutzwasserkanal und in die Kläranlage oder direkt in das Gewässer Heckebach gelangen. Die Gefährdung ist jedoch geringer als für die Mitarbeiter, da die Stoffe durch das Wasser stark verdünnt werden.

Bei einem Störfall in Verbindung mit einem Brand kann die unmittelbare Nachbarschaft durch die Brandrauche gefährdet sein. Die Brandrauche sind jedoch nicht gefährlicher als bei einem Brand einer anderen Industriehalle.

 

Sicherheitsmaßnahmen

Um einen Störfall auszuschließen bzw. direkt zu bekämpfen, sind umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen installiert worden. Es wurde ein internes Störfallmanagement eingeführt und entsprechende organisatorische und technische Maßnahmen installiert. Alle Anlagenteile sind medienbeständig gegenüber den eingesetzten Stoffen. Die Auffangtassen sind ausreichend dimensioniert, um eventuell austretende Säure aufzufangen. Verschiedene Anlagenteile sind doppelwandig und leckageüberwacht ausgeführt. Besonderes die sicherheitstechnisch bedeutsamen Anlagenteile werden regelmäßig gewartet und funktionsüberprüft.

Die KSO Edelstahlbeizerei bestätigt, dass sie auch in Zusammenarbeit mit den Notfall- und Rettungsdiensten die bestmöglichen Vorkehrungen getroffen zu hat, um Störfälle zu vermeiden und deren Auswirkungen weitmöglich zu begrenzen.

Das Personal ist geschult und wird regelmäßig im Umgang mit den Gefahrstoffen unterwiesen. Die Feuerwehr wurde über die Örtlichkeit und die Gefahren unterrichtet.

Der Betriebsbereich unterliegt den Vorschriften der 12. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes Störfall-Verordnung (12. BImSchV). Es handelt sich um einen Betriebsbereich der oberen Klasse. Der zuständigen Behörde, Bezirksregierung Arnsberg, wurde die Anzeige nach § 7 Absatz 1 und der Sicherheitsbericht gemäß § 9 Abs. 1 StörfallV vorgelegt und somit über alle Stoffe und Maßnahmen die der o.g. Verordnung unterliegenden Betriebsbereiche informiert. Die letzte Vor-Ort-Besichtigung (Inspektion) fand am 16.04.2019 statt. Auf der Homepage der Bezirksregierung Arnsberg können Informationen darüber eingeholt werden, wo ausführlichere Informationen zur Vor-Ort-Besichtigung und zu dem entsprechenden Überwachungsplan nach § 17 (1) StörfallV angefragt werden können.

Die für den Katastrophenschutz zuständige Behörde (Kreis Siegen-Wittgenstein, Amt für Brand- und Bevölkerungsschutz, Rettungswesen) ist über den Betriebsbereich informiert und hat einen externen Alarm- und Gefahrenabwehrplan zur Bekämpfung von Störfällen und der Begrenzung der Auswirkungen von Störfällen außerhalb des Betriebsgeländes erstellt. Im Ereignisfall werden durch den Einsatzleiter notwendige Schadstoffmessungen veranlasst.

Informationen gemäß Umweltinformationsgesetz (UIG) können auf Anfrage bei der zuständigen Behörde, Bezirksregierung Arnsberg, Dezernat 53 eingeholt werden. Weitere Informationen erhalten Sie bei dem für die Unterrichtung der Öffentlichkeit zuständigen Geschäftsführer:

Herrn Matthias Fries
KSO Edelstahlbeizerei GmbH
Essener Straße 16
57234 Wilnsdorf
Tel.: 02739/8707-74

Verhalten bei einem Störfall

Wenn Sie außerhalb der Betriebszeit aus den Gebäuden der KSO Edelstahlbeizerei GmbH eine stärkere Rauchentwicklung beobachten oder gar Flammen schlagen sehen, informieren Sie bitte sofort die Feuerwehr:

  • Wer meldet?
  • Wo ist der Brand?
  • Was ist zu sehen?
  • Gibt es Verletzte?
  • Warten auf Rückfragen der Leitstelle.
Vorsicht vor Wasser, das aus der Halle austritt:
  • Vermeiden Sie jeglichen Kontakt mit dem Wasser.
  • Bringen Sie Kinder, Hilflose und ältere Menschen aus dem Gefahrenbereich.
  • nach erfolgtem Kontakt mit der Flüssigkeit, benetzte Kleidung entfernen, dabei Selbstschutz beachten.
  • kontaminierte Haut mit viel fließendem Wasser spülen.
  • nehmen Sie sofort ärztliche Hilfe in Anspruch.
Schützen Sie sich vor Brandgasen in dem Sie:
  • sich sofort in Ihre Wohnung begeben,
  • Kinder, Hilflose und ältere Menschen mitnehmen,
  • Fenster und Türen schließen, Lüftungen ausschalten,
  • auf Lautsprecherdurchsagen von Feuerwehr und Polizei achten und denen Folge leisten,
  • achten Sie auf besondere akustische Warnsignale (Sirene, Martinshörner und schalten Sie bei deren Ertönen die einschlägigen Medien ein,
  • WarnApp „NINA“, Radio Siegen Frequenz 98,9 MHz bzw. WDR 2 Frequenz 101,8 MHz, (Lokal-) Fernsehen, Facebook Seite der Kreisleitstelle Siegen-Wittgenstein. Bitte beachten Sie die herausgegebenen offiziellen Informationen der zuständigen Stellen.
  • Gebäude erst nach der Entwarnung verlassen,
  • nur im äußersten Notfall telefonieren.
Notruf: Feuerwehr, Notarzt: 112
Polizei: 110
Befolgen Sie die Anordnungen der Notfall- und Rettungsdienste!

 

Weitere Informationen

Weitere Informationen erhalten Sie bei dem für die Unterrichtung der Öffentlichkeit zuständigen Geschäftsleiter:

Herrn Matthias Fries
KSO Edelstahlbeizerei GmbH
Essener Straße 16
57234 Wilnsdorf
Tel.: 02739/8707-74